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Letzte Reise des BREMER HAFENKONZERT. Nach 60 Jahren und 1405 Sendungen hat Radio Bremen dem Sprachrohr der Schiffahrt den Stecker gezogen. Vor 7000 Gästen fand heute im Fährhaus Farge die letzte Sendung statt. Als Schuljunge habe ich 1947 die erste und als Rentner heute die letzte Übertragung im Radio verfolgt. Schade.



Ich möchte Euch das tolle Buch " Geh nicht in die Bars, wo die Mädchen sind..." von Olaf Malcke vorstellen.
Für jeden Neptunfahrer ein Muss. Sehr gut geschrieben.




Im Jahr 1955, ich war gerade 17 Jahre alt, fuhr ich als Jungmann auf der M/S " JASON " der DG Neptun. Es war kurz nach meinem Geburtstag als wir einen Hafen in Nordafrika anliefen. Für mich wieder was Neues, da ich bisher nur Schweden, Dänemark und Spanien kannte.  Der Hafen hieß Nemours heutiger Name: Ghazaouet in Algerien. Algerien war zur damaligen Zeit unter französischer Verwaltung. Wir hatten in Nemours so viel Elefantengras geladen, dass wir auch noch das Deck bis kurz unter der Brücke mit den Ballen vollgestaut bekamen. Wir mussten dann die Decksladung mit Großen Persenningen abdecken, eine Höllenarbeit.  So, aber nun zu der Geschichte: Wir wollten am nächsten Tag mittags auslaufen. Zu Feierabend gingen wir zu zweit an Land ein Matrose und ich, um uns Land und Leute anzusehen. Für mich was völlig Neues, der Bazar, die weiß getünchten Häuser, die Menschen mit ihrer langen weißen Kleidung und die verschleierten Frauen. Auf dem Marktplatz setzten wir uns vor einem Café´ an einem Tisch und bestellten uns Limonade.  Da kamen zwei Soldaten auf uns zu und fragten auf Deutsch ob sie sich zu uns setzen könnten und stellten sich als französische Fremdenlegionäre vor, da hatte ich überhaupt nicht mit gerechnet und war ein bisschen aufgeregt. Da die Soldaten wahrscheinlich Dienstschluss hatten, kamen noch mehr Legionäre auf den Marktplatz und wir hörten, dass fast nur deutsch gesprochen wurde. Der Ältere an unserem Tisch erzählte uns,daß er schon zwanzig Jahre in der Fremdenlegion war und inzwischen Franzose wäre und wenn wir etwas erleben wollten, könne er uns nur raten, auch in die Legion einzutreten. Wenn wir wollten könne er uns mitnehmen zur Anmeldung. Wir brauchten uns nur für fünf Jahre verpflichten und bekämen einen guten Sold, den man sparen könnte weil es Klamotten, Essen und noch ganz viele Extras dazu gäbe. Am Ende der Dienstzeit kann man dann als reicher Mann nach Hause fahren. Der Legionär hatte eine tolle Uniform mit vielen Orden an und nannte sich Caporal-Chef und wir hörten ihm gespannt zu, dann bestellte er für uns was zu trinken, es war ein starkes alkoholisches Getränk, was es war, weiß ich nicht mehr, nur dass mir ganz übel wurde, das weiß ich noch. Plötzlich kam unser Bootsmann und zwei Matrosen auf uns zu und sagten, daß wir sofort an Bord kommen sollten und wir wären ohne uns abzumelden an Land gegangen und der 1.Offz.wäre sehr sauer auf uns. An Bord bekamen wir erst einmal eine Moralpredigt und zur Auflage, uns bei jedem Landgang bei ihm abzumelden, aber das galt eigentlich nur mir, weil ich erst siebzehn war. Dann erfuhren wir das abends sowieso Landgangs Sperre für uns alle bestand, weil in der Stadt Unruhen waren und nachts oft geschossen wurde. Außerdem wäre es schon oft passiert, daß Seeleute gekidnappt wurden und sich in der Fremdenlegion wiedergefunden hätten.  So, das hatte gesessen! Am anderen Morgen wurde " Reinschiff und Seeklar" gemacht. Um 14:00 Uhr machten wir die Leinen los und wollten auslaufen. Als wir kurz vor der Hafenausfahrt waren, mussten wir stoppen und Anker schmeißen! Was war passiert? Zwei französische Kriegsschiffe hatten sich quer vor die Hafenausfahrt gelegt und uns daran gehindert, die Hafenausfahrt zu passieren. Jetzt kam eine Barkasse, voll besetzt mit Militärpolizei, sie forderten uns mit dem Megaphon auf, an Bord gelassen zu werden. Wir mussten Mittschiffs die Staats-Treppe runter lassen, damit die Barkasse dort anlegen konnte. Ein hoher Offz.und sieben MP`s kamen an Bord. Der Grund ihres Besuches war, dass angeblich ein Hafenarbeiter bei der Polizei verraten hatte, daß sich mehrere Legionäre an Bord geschlichen hätten. Nun wurde das ganze Schiff nach entflohenen Legionären durchsucht und tatsächlich fand man einen im Matrosenlogis in der Koje unter der Matratze, einen Zweiten, achtern im Rudermaschinenraum und einen, oben auf dem Peildeck im Eingang vom Schornstein zum Maschinenraum. Plötzlich sprang achtern einer über die Reling ins Hafenbecken und wollte an Land schwimmen, doch dann wurde er von zwei Fischerbooten eingeklemmt, an Bord gezogen und zur Polizei-Barkasse gebracht! In solchen Fällen bekamen die Einheimischen für jeden Entflohenen und für jeden Hinweis auf flüchtige Legionäre eine Prämie von den Franzosen. Unser Schiff wurde noch weitere zwei Stunden durchsucht, jedoch fand man nichts mehr. Dann nach vier Stunden Verzögerung durften wir endlich um 18:00 Uhr auslaufen. Wie üblich, musste ich beim Ankerhieven nach vorne in den Kettenkasten um die Ankerkette zu stauen. Als ich meinen Platz am Kettenkasten eingenommen hatte und darauf wartete das der Anker gehievt wurde, sprach mich plötzlich einer an, der auf dem Boden unter einem Haufen Bastmatten versteckt lag, er legte den Finger auf den Mund und bat mich, ihn nicht zu verraten, dann fragte er, ob wir schon aus dem Hafen wären. Ich war so erschrocken, daß ich im ersten Moment nicht wusste, was ich antworten sollte. Ich erklärte ihm dann ,dass die Durchsuchung des Schiffes beendet wäre und die Barkasse mit allen Polizisten wieder abgelegt hätte, wir lägen aber noch im Hafen und müssten erst mal den Anker hieven um dann aus dem Hafen fahren zu können und dann wäre die Gefahr für ihn vorbei .Aus Angst wieder an Land gebracht zu werden, bat er mich, ihn bitte, bitte nicht bis
zum nächsten Morgen zu verraten. Mit Gewissensbissen kletterte ich an Deck, verschloss die Einstiegsluke und ging nach achtern, deckte in unserer Messe den Abendbrot-Tisch, machte anschließend Backschaft und ging um 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr Ruderwache. Nachdem ich eine schlechte Nacht mit wenig Schlaf und schlechtem Gewissen, ob es richtig war, nichts zu sagen, rum hatte, deckte ich den Frühstückstisch, das war mein Job als Jungmann. Dann ging ich zum 1.Offz.und beichtete ihm mein Geheimnis. Daraufhin sagte er, das er vielleicht genauso gehandelt hätte. Bevor er zum Frühstück ging, gingen wir zusammen auf die Back, öffneten die Einstiegsluke und der Erste rief nach unten, raufkommen, Frühstück! Dann kam der, der mich gebeten hatte, ihn nicht vorm Morgen zu verraten an Deck. Der 1.Offz. gab ihm die Hand mit den Worten, herzlich Willkommen an Bord. Erleichtert nahm er die Hand und dankte auch mir mit einem leichten Kopfnicken. Auf dem Rückweg nach achtern öffneten wir alle Einstiegsluken zu den Laderäumen und riefen Frühstück! Tatsächlich kamen noch zwei Legionäre zum Vorschein. Der eine kam die Leiter aus Laderaum 2 hochgeklettert, der andere musste mit einer Leine aus dem Laderaum geholt werden, weil er sich beim Einstieg den Fuß verstaucht hatte und nicht auftreten konnte. Alle drei bekamen Arbeitszeug und zusammen eine Kammer zugewiesen. Die zwei gesunden Legionäre müssten sich an Deck nützlich machen, während der Fußkranke bei mir achtern in der Mannschaftsmesse helfen musste. Der Kapitän war erst nicht so erfreut, dass wir blinde Passagiere an Bord hatten, fand sich aber letztendlich damit ab und freute sich, dass wir nun ein paar helfende Hände mehr an Deck hatten. Unsere Reise ging nach England wo wir das Elefantengras löschen sollten. Jetzt lernten wir die Legionäre erst einmal etwas näher kennen. Der mit dem verstauchten Fuss, welchen er meistens in einer Pütz mit kaltem Seewasser kühlte, konnte von Tag zu Tag besser laufen und wurde bald auch an Deck mit Malerarbeiten beschäftigt, sein Name war Alfred und sein Dienstgrad war "Caporal",die anderen waren ohne Dienstgrad und hießen Günter und Helmut. Sie erzählten uns, dass " Nemours" eine Garnisons-Stadt ist und sich dort ein großes Lazarett befindet. Die meisten Legionäre kamen verletzt aus Indochina (Vietnam) auf Genesungsurlaub nach Nemours. Viele, welche eine bestimmte Zeit im Kriegseinsatz waren, und auf Erholungsurlaub nach Nemours geschickt wurden, sowie auch die wieder gesund gepflegten Söldner, hatten Angst wieder nach Indochina zurück geschickt zu werden. Das war der Grund, dass so viele Legionäre versuchten zu desertieren. Sobald ein Schiff im Hafen festmachte, (besonders deutsche Schiffe) war bei der französischen Militär-Polizei, doppelte Vorsicht und Aufmerksamkeit angesagt. Trotzdem gelang es immer wieder einigen Legionären zu entkommen.  Diejenigen, die gefasst wurden, mussten mit härtesten Strafen rechnen, wobei vier Wochen Einzelhaft im dunklen Bunker und harte Prügelstrafen keine Seltenheit waren.  Günter und Helmut erzählten uns, dass der Krieg in Indochina grausam wäre und dass sie nie wieder dahin möchten. Helmut zeigte uns seine Beine, die gerade wieder verheilt waren. Er war im Dschungel mit seinem Kameraden zusammen in eine von Vieth Minh präparierte Fallgrube gefallen. Die Grube war voll mit angespitzten Bambusstangen auf die sie fielen, sein Kamerad fiel so unglücklich, dass er in der Grube verblutete und Helmut war mit beiden Beinen aufgespießt und konnte sich nicht bewegen. Nach zehn Stunden hat man die beiden endlich rausgeholt, zum Glück von den eigenen Leuten. Nie wieder möchte er so was nochmal erleben. Es ist schrecklich, wenn neben dir, dein bester Kamerad stirbt und man kann nicht helfen, weil man sich nicht bewegen kann und diese Verletzungen mit den angespitzten Bambusfasern verursachen sehr eitrige Entzündungen. Helmut war sechs Wochen im Lazarett, davon hatte er drei Wochen stramm gelegen, bis er soweit war, dass er wieder aufstehen und laufen konnte. Alfred und Günter hatten, nach einem Jahr Kriegseinsatz, sechs Wochen Erholungsurlaub. Obwohl der Indochina-Krieg zu Ende war, hatten alle drei Angst, wieder in irgendein Kriegsgebiet geschickt zu werden und so gingen sie lieber das Risiko ein, zu desertieren.  So, jetzt kamen wir nach England, wieder ein neues Land in meiner Sammlung, aber leider hab ich vergessen, in welchen Hafen wir die Elefantengras-Ladung gelöscht hatten. Die drei Legionäre wurden für die zwei Tage, die wir fürs Löschen der Ladung brauchten, in die unter der Back befindliche Zollkammer gesperrt, damit sie nicht flüchten konnten. Von England aus, fuhren wir nach Hamburg, wo wir uns von den Legionären, welche inzwischen gute Freunde geworden waren, verabschieden mussten. In Hamburg wurden die drei von der Polizei abgeholt. Alfred und Günter konnten als freie Männer von Bord gehen, wärend Helmut mit Handschellen von Bord gebracht wurde.
Der Kapitän erzählte uns dann, dass er schon vorher, von See aus, die Personalien der drei Legionäre an die Reederei durchgegeben hätte und die Reederei hätte die Personalien dann an die Polizei weitergeleitet und so erfuhren wir auch, dass Helmut vor vier Jahren in einem schweren Bankraub verwickelt war. Helmut konnte damals auf dem Weg von der U-Haft zum Gericht fliehen und floh nach Frankreich, wo er sich dann der Fremdenlegion anschloss. Warum er nun desertiert war, ob er vielleicht dachte, dass seine Straftat inzwischen verjährt war, hatten wir nicht mehr erfahren. So, das war nun meine Geschichte von der Flucht aus der Fremdenlegion.  Hans Wojciewski.



Autor Carsten Joho



















                                               Das Postkartenschiff

 
Heute erfordert der Bau eines Schiffes umfangreiche Verträge in denen die technischen und finanziellen Einzelheiten genau festgelegt sind. Vor 60 Jahren war das noch nicht so und es herrschte ein Vertrauensverhältnis zwischen Werft und Reeder   Die wohl merkwürdigste Bestellung eines Schiffes bei einer Werft, war das "Postkarten Schiff ", das der Hamburger Reeder J.A. Reinecke bei der AG WESER in Bremen am 3. Januar 1952 bestellte.  
  " Unter Bezug auf das gestrige Telefongespräch bestelle ich hiermit noch ein Motorschiff 4.350 t. wie gehabt.   Hochachtungsvoll"  





                                                 Etwas peinlich.   
   
  In den 70er Jahren wurden auf der Bremer Vulkan Werft mehrere Containerschiffe für die Australian National Line und die Shipping Corporation of New Zealand gebaut.

Die "Australian Venture" wurde am gleichen Tag an die Australian National Line  abgeliefert als das Schwesterschiff "New Zealand Pacific" der Shipping Corp of New Zealand, getauft wurde.   Die Feierlichkeiten für dieses Ereignis fanden in der Strandlust in Vegesack statt. Zuerst spielte die Kapelle "God save the Queeen", damals auch die National Hymne für Australien. Diese Hymne war allgemein bekannt und alle Anwesenden erhoben sich. Nachdem die letzten Noten verklungen waren setzten sich die meisten. Nur einige Neuseeländer blieben weiterhin stehen als die Kapelle "Aotearoa (God defend New Zealand" spielte. Sie waren die einzigen die  ihre Nationalhymne kannten

Autor Carsten Joho
                                                 Falsche Übersetzung 
In dieser Zeit wurden auch einige Schiffe für Neuseeland bei den Lübecker Flender Werken gebaut. Die neuseeländischen Ingenieure der Bauaufsicht gingen gerne zum Essen in das Restaurant "Schiffergesellschaft". Als sie nach einer ausgiebigen Malzeit  nach dem Essen rauchen wollten (damals war das noch möglich) bat man die Kellnerin um Streichhölzer, auf Englisch "matches". Sie nahm die Bestellung auf und servierte nach kurzer Zeit die bestellten "Matjes (Heringe)". Seit dem ist diese Delikatesse auch in Neuseeland bekannt    




 






 "Wie war das mit dem Stuhl? Damals."
Ab und zu muss ich mal wieder nach Hamburg!
 
Es ist nun dreizehn Jahre her, es war Anfang November und sehr kalt draußen, ich saß in so einem gemütlichen Laden, um uns herum alte Seeleute, ein paar Ausländer. Wir sprechen über alte Zeiten, es ist immer so, wenn wir zusammen sitzen sprechen wir über die guten Zeiten, als wir noch auf See waren. Wir sprechen über unser altes Sankt Pauli, wie das damals schön war und was wir alles gemacht haben in der Zeit. Wovon sollen wir auch anders reden, es passiert ja doch nicht mehr viel, was einen bewegt...

Wir sind am reden über den oder den Dampfer, auf dem wir gefahren sind; wir sind in Gedanken mal hier und mal dort--- Kalkutta, Kapstadt, Lagos und was nicht noch alles. Ja, wir haben viel zu sehen bekommen bei der christlichen Seefahrt, damals.

Mit einenmal ging die Tür auf und eine kleine alte Frau kam rein, schon ein wenig krumm und wackelig auf den Beinen; Sie hatte kurze graue Haare und sie hatte einen dünnen Kamelhaarmantel an; es war schon kalt draußen, es war schon November, es ging auf Weihnachten zu und auf das neue Jahr.

Als sie sich auf einen Stuhl setzen wollte, brüllte das Mädchen hinterm Tresen: "Christa, setz dich auf einen Hocker!" Die Alte guckte sie mit glasigen Augen an, sagte nichts, und setzte sich auf einen von den Barhockern am Tresen.

Keiner von den anderen Leuten in dem Laden kümmerte sich darum, die Frau bestellte sich einen doppelten Korn und wir, wir unterhielten uns weiter, von "Damals". Bei mir war das anders, ich konnte nicht begreifen, warum sie nicht auf einen der Stühle sitzen sollte, ist doch gemütlich, besser als so ein hölzerner Barhocker, na ja, dachte ich, das ist eben Sankt Pauli, da ist alles ein bisschen anders.

Stunden später, so nach drei oder vier doppelte Korn, die sie getrunken hat, merkte ich, das sie mich ansah, sie guckte immer rüber zu mir, ich habe nicht gewusst warum, und mit einemmal kam sie rüber; volltrunken war sie noch nicht aber ihre Zunge war schon ziehmlich lahm. Sie fragte mich, ob ich nicht einen ausgeben will, na ja dachte ich, warum nicht und bestellte ihr einen doppelten Korn mit Selterwasser, für hinterher.

Die Hände von dem Mädchen waren am zittern und ich dachte schon, sie wird den Korn ausschütten, aber nein, sie sah mich über das Glas hinweg an und zack war der doppelte Korn weg.

Mit einemmal, ich dachte die Sonne geht auf, das ganze Gesicht von dem Mädchen war wie Strahlen, die Augen waren am glänzen und sie lachte über das ganze Gesicht und sie sah wieder jung aus und sagte zu mir:

"Ich kenne dich!"

Ich schüttelte den Kopf, "Ich dich nicht, wer bist du den?" fragte ich sie zurück.

. "Ich bin Christa, Christinchen." Sagte sie---

Und dann wusste ich wieder wer sie ist, mir fiel das alles wieder ein , wie ich sie damals kennengelernt habe.

Wenig Geld hatten wir, nur das Stempelgeld vom Arbeitsamt und das war schnell weg. Auf See hatten wir guten Verdienst, zwei- dreitausend Mark im Monat, freie Kost und Logis. Ausgeben kann man auf See nicht viel und so hatten wir, wenn wir zurück waren immer die Taschen voll.

Ausgeben, leben, was kostet die Welt.

Christa war eins von den Mädchen, von denen sogar Hans Albers gesungen hat: "Ein Mädchen von Sankt Pauli, ein Mädchen für Geld".

Aber, sie hat zurück gegeben, immer wenn einer von uns nichts mehr hatte, dann war sie da, wenn einer Hunger hatte, nichts mehr zu Rauchen und zu Trinken, nicht wusste, wo er die nächste Nacht schlafen sollte, dann waren so Menschen wie Christa da und halfen ohne zu fragen, und gaben.

Ja, so war das damals auf Sankt Pauli. Christa und ich waren an diesem Tag noch lange am reden. Ich fragte sie, was sie denn macht, wo sie lebt. Viel sagte sie nicht, nur das sie keine Wohnung hat, schläft mal da oder mal da, meistens draußen, wer gibt schon so einem Menschen was.

Oben beim Michel sind ein paar Grünanlagen, da schläft sie, unter den Wolken und den Sternen. Kalt war es draußen, es ging auf Weihnachten zu. Viel Geld hatte ich nicht dabei, ich gab ihr zwanzig Mark, damit sie noch etwas bleiben konnte.

Mit einemmal war sie weg.

An diesem Abend war ich sehr am grübeln, ich bin dann raus und lief noch etwas rum, ich sah den Michel und fragte ihn,

"Was ist das bloß für eine Welt, was soll ich machen?"

und er antwortete mir." Tu man nichts, das kommt schon klar."

Und ich betete in Gedanken, lieber Gott, wenn du da irgendwo bist, tu was für das Mädchen, es ist doch kalt draußen und es regnet auch noch, tu was für diesen kleinen "Engel von Sankt Pauli", er hat es verdient.

Nun sind schon wieder drei Jahre vergangen und wir haben uns immer wieder gesehen und wir haben zusammen gesprochen. Sie ist jetzt in einem Altersheim. Ab und zu läuft sie da weg und dann geht sie wieder an die Küste und dann gibt es wieder doppelten Korn mit Selters.

All die Leute dort an der Küste sagen von ihr: "Sie ist eine Gute", war immer am helfen wenn einer in Not war.

Christinchen ist eine Gute.

Heute weiß ich auch, was das mit dem Stuhl und dem Hocker auf sich hatte, sie ist schon über Siebzig Jahre alt und wenn sie soviel trinkt, dann läuft das, was sie oben reingießt manchmal gleich unten wieder raus und deshalb soll sie nicht auf den Polsterstühlen sitzen.

Ich weiß aber, wenn dieses Mädchen mal nicht mehr bei uns ist, dann kommt sie in den Himmel und dann hat sie einen großen Stuhl beim lieben Gott, ganz für sich allein und da ist dann niemand, der brüllt "Christa, setz dich auf einen Hocker!"

 





Dieser tolle nachdenklich machende Beitrag stammt aus der Feder von Ernst Böhmer
( Castelstone )

Dieses Bild von Karsten Petersen aus Middelfart, zeigt einen
typischen Rattendampfer wie wir Sie kennen. Oftmals Vorkriegs und Kriegsbauten. Müde und knirschend holperten Sie selbst im hohen Alter noch über die Ozeane, meist unter griechischer Regie.
Diese "würdige" Repräsentantin einer vergangenen Ära schleicht sich in den Hafen von Hongkong. Viele Menschen haben im Laufe Ihres langen Lebens auf Ihr gedient. Einige mit großen Träumen andere schon zerbrochen und zum Zyniker geworden, wieder andere mit leuchtendem Blick in die Zukunft.
Sie sieht aus wie eine abgetakelte Nutte auf dem Weg zu Ihrem letzten Freier. Viel waren der Freier die auf Ihr gedient haben. Wo sind Sie heute. Sind ihre Träume in Erfüllung gegangen?
Der alte Penner an dem wir achtlos vorübergehen hat er auf Ihr gedient? Der schneidige pensionierte Kapitän hat er auf Ihr seine Laufbahn begonnen? Der Leiter des Atomkraftwerkes ist er auf Ihr als junger Bengel mit der Ölkanne durch Ihren Maschinenraum geklettert.
Der wegen Mordes verurteilte hat er monatelang den Rosthammer auf Ihr Deck niedersausen lassen und Sie etwas zum Kichern gebracht?
Der LkW Fahrer den wir auf der Autobahn begegnen hat Sie ihn zu seinem ersten Puff gebracht?
Der vier Sterne Hotelkoch hat er auf Ihr die Fulbrass geleert?
Der Imbissverkäufer war er der wichtige großkotzige Koch auf Ihr?
Der verurteilte Taschendieb hat er auf Ihr als Steward gefahren?
Der Pförtner in einer Fabrikanlage war er Funker auf Ihr?
Der großmäulige Politiker hat er ein kurzes Intermezzo als Maschinenjunge auf Ihr gegeben.
Der Heilsarmeesoldat hat er auf Ihr gefahren monatelang nur im Rausch?
Oder der Lagerhalter einer großen Firma hat er einmal als Bootsmann oder Storekeeper auf Ihr gefahren. Der Chef der kleinen Zimmerei war er Zimmermann auf Ihr?
.Für viele war Sie die einzige Heimat.
Manches Kriegsschicksal hat auf Ihr einen neuen Anfang gewagt.
In kalten Häfen nachts spät im Schneetreiben ist so manche torkelnde traurige Gestalt dem dumpfen pochenden Rufen Ihrer Kühlwasserpumpe gefolgt. Froh war er wenn er mit letzter Kraft die Gangway emporkroch und sich in sein Loch verpisste. Irgendwo in Ihrem mütterlichen Bauch gab Sie Ihm das Gefühl von Wärme.

Weit über 1000 Leute haben auf Ihr in Ihrem über 30jährigen Leben
gelebt gearbeitet und Sie verflucht.
Wie oft sind Sie wohl im späteren Leben einander begegnet, aneinander
vorbeigegangen ohne zu ahnen das die Seele der alten Dame in Ihnen weiterlebt.
Nun humpelt Sie Ihrem Friedhof entgegen wo tausend Leichenfledderer
über Sie herfallen ,Ihre Eingeweide herausreißen und den letzten Brocken Eisen in den Hochofen werfen.
Zu Weihnachten bekam ich ein neues Fahrrad. Ich probierte es aus und fühlte eine ungewöhnliche Wärme in mir hochsteigen und irgendwie hörte ich durch mein Strampeln das Zischen von Dampf und Donnern von Scheerstöcken .Da sauste ich nun auf einem Stück der Alten Dame über die Landstrasse. Plötzlich störte mich auch das Made in China nicht mehr. Die Zeit die ich auf Ihr verbracht hatte stand wieder lebendig vor meinen Augen, mit all diesen vielfältigen farbenfrohen Gestalten
mit denen ich einen Teil meines Lebens verbracht hatte.

Wie der Zufall es will stand auf meinem Fahrrad der Name der Fabrik.
"Lucky Bycycle". Der letzte Name der alten Dame war auch "Lucky" aus Panama




                                       "Tod eines Captain"


Unser Monat an Anker vor einem afrikanische Hafen,  war entsetzlich lang.
Es war Krieg, irgendwo weit weg vom Schiff, aber wir konnten manchmal Schüsse hören. Wir hatten keine wertvolle Ladung, also mussten wir nicht mit Piraten rechnen. Niemand wusste, wie lange wir auf das Einlaufen in den Hafen warten mussten. Die Mannschaft konnte in der Wärme schlecht schlafen. Eines Tages kam der Kapitän auf die Brücke, mit einem Stück Leine und stellte fest:
"Ich werde mich aufhängen."
Der Zweite Offizier, ein Filipino, antwortete mit einem Lächeln:
"Ja, Sir."
Aber nach ein paar Stunden fanden wir heraus, das es  kein Scherz war, der Kapitän hatte  sich in seiner Badewanne erhängt.
Der philippinische Steward, der ihn fand, rannte schreiend  wie wahnsinnig um das Schiff herum: "Der Kapitän erhängt! Der Kapitän hat sich erhängt!!"
 
"Jesus, Maria", stöhnte der weinende philippinischen Steward, "was wir tun, jetzt?"
Als Chief Officer, übernahm ich das Kommando über das Schiff und begann alle zu informieren, über das was geschehen war. Die Familie des Kapitäns die in Hamburg lebt,
bat das der Leichnam zu ihnen geschickt werde. Der Reeder und ich versuchte, dies durch die lokalen Agenten zu erledigen. Ein paar Tage ohne Erfolg vergingen.
Nach 5 Tagen, erklärte der Agent, er konnte die Überführung nicht erledigen.
"Es ist ein Krieg. Zahlreiche Leichen liegen auf den Straßen, ich bekomme nicht den speziellen Metall-Sarg", beklagte sich der Agent.
Der Kapitän lag in seiner heißen Kabine, wir konnten den Körper nicht zusammen mit dem Proviant in den Kühlraum bringen. Wir hatten einen kleinen Kühlschrank, aber der war nicht groß genug für den Kapitän.
Eines Tages, schlug der philippinische Koch vor, dass er den Körper in kleine Teile schneide, damit er in den Kühlschrank passe, aber ich wollte nicht zustimmen.
Der Kapitän sollte in einem Stück bleiben, sagte ich, ich dachte, vielleicht will er Captain's Suppe vorbereiten....
Aber der stinkenden Geruch des Körpers verbreitete sich über das ganze Schiff.
Endlich schickte Hamburg eine Empfehlung: eine Bestattung auf See wäre angebracht.
Ich hatte keine Erfahrung oder Praxis mit einer solchen Zeremonie. Also rief ich den philippinischen Storekeeper und wies ihn an, einen Sarg zu machen.
"Aber Kapitän", sagte er, "wir haben kein Material um einem Sarg zu machen!"
"Vielleicht haben wir eine Plane?"
fragte ich.
"Nein Sir. "So reiße ein Stück von der Wand aus der Kabine und Nagel es zusammen wie ein Sarg, nur beschwere ihn gut an den Beinen."
"Ja, Sir", antwortete der Monteur mit einem Lächeln.
Nach zwei Tagen wurde der Sarg fertig. Ich ließ sie die Anker hieven und wir dampten auf die offene See. Nach einem dringenden Studium der Bibel, wählte ich ein Fragment, welches mir unter den gegebenen Umständen für angemessen schien. Geladen mit schweren Schäkel und mit einer deutschen Flagge, stand der Sarg auf der Backbordseite dem Hauptdeck.
Die Mannschaft stand an der Bordwand. Ich begann die Zeremonie mit dem Gebet für unser Kapitän. Ich las eine geeignete Psalm aus der Bibel und befahl:
"Lassen Sie den Sarg zu Wasser, rief ich ebenso, als würde ich den Anker auswerfen.
Der Sarg fiel ins Wasser und brach in kleine Teile. Der Kapitän schwamm auf die Oberfläche des Wassers.
"Jesus, Maria," der Verwalter beschwor sich hysterisch, und der Rest der Besatzung wurde alarmiert.
"Alarm! Boots Manöver! Retten wir den Kapitän!"
schrie ich. Filipinos stürzten sich in ein Rettungsboot und fierten es sehr schnell in das Wasser. Sie fingen den Kapitän mit einem Bootshaken und zog den Körper in das Rettungsboot. Wir holten das Rettungsboot hoch und der Kapitän war wieder bei uns.
"Was machen wir jetzt mit ihm?"
fragte der Bootsmann.
"Setzen Sie ihn auf das Deck und lassen Sie ihn trocknen", sagte ich verwirrt.
Wir kehrten zurück zum Ankerplatz. Der Kapitän lag auf dem Deck und trocknete schnell in der tropischen Sonne. Abdeckt durch ein weißes Tuch, war sein Körper nicht gestört.
Die Filipinos ging auf der anderen Seite des Schiffes, erschrocken, dass er aufwachen würde. Während der nächsten Tage dachte ich intensiv darüber nach, wie ein Sarg zu besorgen sei, als plötzlich der Storekeeper an meine Tür klopfte.
"Captain, ich habe eine gute Idee haben, wie der Kapitän verstecken", quietschte er.
"Fucking Shit! Hattest du nicht schon einen Sarg, schwere Schäkel ans Bein habe ich dir gesagt. Schrie ich wütend.
"Sir, hatte ich auch Schäkel, aber leider habe ich nicht befestigen sie an den Kapitän der Beine. Aber dieses Mal Kapitän habe ich eine wirklich gute Idee."
"OK". Go ahead. "
"Captain, in Luke zwei unserem Ladung eine aus Stahl Rohr. Ich will, dass Rohr abgeschnitten, und wir können die Alten put "in dieses Rohr."
"Keine schlechte Idee, dachte ich. "OK", stimmte ich, "aber nachdem sie auf schneiden, müssen sie beide Seiten zu schweißen."
"Natürlich Kapitän, werden wir einige Löcher in das Rohr machen, so dass es versinkt."
"OK", sagte ich, "nimm einige Leute und dann soll es so sein."
Genau wie das erste Mal, wiederholten wir die Zeremonie.
"Lets go das Rohr!" schrie ich. Aber das Rohr wollte nicht sinken.
Wir dampften etwa zwei Stunden hinter dem treibenden Rohr.
Die verängstigten Filipinos, sagten der Kapitän würde nicht sinken, er würde nach Hamburg schwimmen. Schließlich begann Wasser am Rohr durch die kleinen Löcher zu fließen und der Kapitän versank im Atlantischen Ozean weit weg von seiner Heimat, in der Nähe eines unfreundlichen afrikanischen Landes.
Alles kann passieren auf See... und das ist das Leben des Seemannes.
 







MS. Minerva Logs laden auf Reede irgendwo in Afrika. Einige Fotos aus vergangenen Zeiten.










Fotos Hans Dieter Kaczmarek













Minerva





Die Winden wurden nur Full Power gefahren. Unser Elktriker stand immer kurz vor einem Herzinfarkt.



Schneidige Schiffsoffiziere, der Traum aller jungen Mädchen.





Crew Boys der Headman.



Souvernirs alles echtes Elfenbein.





Logger Adolf Hennecke Rostock



Mein Onkel Erich Nennstiel


ROS 124 DHSX Adolf Hennecke Volkswerft Stralsund von 01.51 bis 06.69 Danach verkauft nach Holland   Hauptdaten der Logger..........................mit Quaterdeck/Poopdeck
Länge über alles:....................................39,15 m
Länge zwischen den Loten:.........................34.79 m
Breite auf Spanten:...................................7,30 m
Seitenhöhe:............................................3,50 m
Tiefgang:...............................................2,70 m
Tragfähigkeit:..........................................160 t
Vermessung:............................................260 BRT-100 NRT/261 BRT-89 NRT
Antriebsleistung:.......................................220 kW / 294 kW
Aktionsweite:..........................................5.000 sm
Dienstgeschwindigkeit:...............................9 kn / 10,5 kn
Wohneinrichtungen: Besatzung......................18 /23 Pers. + 3 Pers  

Historisches Archiv · Nr. 274 vom 25.11.1954 · Seite 1   "Enter auf!" in Cuxhaven Große Polizeiaktion gegen den Heringslogger "Adolf Hennecke" Eigener Bericht Cuxhaven, 25. November Vierzig Polizei- und Seegrenzschutzbeamte haben gestern in Cuxhaven den Heringslogger "Adolf Hennecke" aus Rostock geentert. Sie verhafteten den 25jährigen Kulturleiter (Politkommissar) Erich Nennstiel, gegen den in der Bundesrepublik ein Verfahren wegen Unterschlagungen läuft. "Adolf Hennecke" hatte gegen Mittag im Amerika - Hafen festgemacht. Die wachsamen Zöllner entdeckten bei der Paßkontrolle den Namen Nennstiel, der laut Fahndungsbuch "sofort festzunehmen ist". Sie holten zwei Schupos zu Hilfe. Aber die Polizeiaktion hatte keinen Erlolg. Kapitän und die fünfzehn Besatzungsmitglieder des Loggers verweigerten die Herausgabe ihres Kulturleiters. "Freiwillig nicht", sagte der Kapitän, "wir weichen nur der Gewalt." Die "Gewalt" wurde indes schon in aller Stille zusammengezogen. Cuxhavens gesamte Wasserschutzpolizei, durch Seegrenzschutzbeamte auf vierzig Mann verstärkt, bestieg in der Dunkelheit ein Streifenboot. Lautlos ging es längsseits des Loggers. Mit dem Kommando : "Enter auf" begann die zweite Polizeiaktion gegen "Adolf Hennecke". Diesmal ging alles glatt. Der Kulturleiter packte seine Koffer und ging ohne zu murren von Bord. Reiseziel: Gerichtsgefängnis in Cuxhaven.

 
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